Die westliche Denkweise beinhaltet die Entscheidung für oder gegen etwas, entweder - oder. In der chinesischen Kultur sind entgegengesetzte Polari-täten ebenfalls bekannt, aber sie werden begriffen als ein zusammen gehö-rendes Ganzes, als Yin und Yang. Zwischen diesen Polen findet der Energie-austausch statt – findet das Leben statt. Beide  Pole sind untrennbar miteinander verbunden und halten ein veränderliches, fließendes Gleich-gewicht. Yin und Yang sind unversell, also in allen Dingen enthalten. Beispiele für Yin - Yang - Paare sind:

  • Aktivität - Ruhe
  • männlich - weiblich
  • hell - dunkel
  • Sommer - Winter ... . 

Den einen Teil des Paares gäbe es nicht ohne den anderen Aspekt. Und so bringt das Yin das Yang hervor und das Yang bewegt das Yin.


Fernöstliche Kulturen sehen den menschlichen Körper als verdichtete materia-lisierte Energie. Der Energiefluss vollzieht sich in Leitbahnen, den Meridianen. Er steuert den 24-stündigen biologischen Rhythmus des Menschen und die Aktivität seiner Organe. Dabei wechseln sich der nach außen gerichtete expandierende Energieaustausch (Yang-Prinzip) und die nach innen gerichtete konzentrierende Energiearbeit (Yin-Prinzip) immer wieder ab. Verläuft dieser Energiefluss störungsfrei befindet sich der Mensch in Balance. Es gibt Zeiten, in denen überwiegt Yang: wir sind aktiv und was wir anpacken, gelingt uns. Es ist die Zeit des intensiven Energieaustausches mit der Umwelt, die Zeit der Bewegung. Und es gibt Zeiten, in denen wir müde sind von all den Reizen (Energien), die uns erreichen. Wir suchen die innere Ruhe und wollen unsere Speicher wieder auffüllen. Hier steht Yin im Vordergrund. Im Meridianverlauf gibt es Punkte, an denen man den Qi-Fluss durch Akupressur, Akupunktur oder Moxibustion (Anwendung verschiedener Kräuter) beeinflussen kann.